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Mann und Frau, Psychologie der Beziehungen

Lernen als Eltern

Auch Wunschkinder machen viel Arbeit, bringen schlaflose Nächte und manchmal viele Sorgen und Stress. Das sollte jedes junge Paar, das sich auf sein erstes Kind sehr freut, auch wissen und darauf vorbereitet sein.

Die Vorbereitungen auf die Geburt des Kindes beginnen natürlich schon lange vor seiner Geburt. Da ist darüber nachzudenken, wo und wie es schlafen soll. Es muss darüber diskutiert werden, wer von beiden wann seinen Elternurlaub nimmt, welche Möbel ins Kinderzimmer gestellt werden sollten, welcher Kinderwagen gekauft werden sollte, welche Babystrampler, Jäckchen und Mützchen für das Kind angeschafft werden sollen.

Früher lernten werdende junge Mütter und Väter bereits viel im Umgang mit ihren Geschwistern. Heute wissen manche werdende Mütter und mancher werdender Vater häufig nicht einmal, dass auch ein ganz kleines Wesen bereits eine Persönlichkeit ist und sehr viele individuelle Bedürfnisse hat. Selbst wenn werdende Eltern sich sehr gründlich auf den neuen Erdenbürger vorbereiten, viel lesen, Familienmitglieder und Freunde befragen, so bleibt das Wissen doch zunächst einmal sehr theoretisch. Nachdem Mutter und Kind aus der Klinik oder dem Gebärhaus zurück sind, beginnt dann eine Zeit anstrengender Arbeit und Lernings by doing. Wie halte ich das Kind richtig, wie warm darf das Fläschchen sein, wie merke ich, ob es satt ist, wie wann es nass ist? Alle diese Fragen stehen jetzt an und müssen so oder so durch praktisches Handeln beantwortet werden. Eine wichtige Frage ist auch, wie das Kind richtig gebadet wird, wie lange, wie oft, wie es richtig gewindelt und angezogen wird. Was ist zu tun, wenn es sehr heiß ist draußen, was, wenn es sehr kalt ist? Da gibt es häufig eine Menge guter Ratschläge, wenn man fragt. Aber die Antworten für die Behandlung und Betreuung jedes einzelnen Kindes ist konkret zu geben. denn jedes Kind ist ein Individuum, kein Kind ist so wie das andere.

Diesem Lernen sollte heute auch an den Schulen mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden, besonders angesichts der Tatsache, dass zunehmend mehr Kinder als Einzelkinder aufwachsen und in ihrer freizeit meist vor dem Fernseher oder Computer sitzen. Das soziale Lernen ist heute ein ganz wichtiger Aspekt pädagogischer Arbeit, dem noch viel zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt wird. Zum Beispiel könnten Schüler Praktika in Kindertagesstätten machen, Ferienlager organisieren und aktiv mitgestalten. Auch theoretische und praktische Fragen des Umgangs mit kleinen Kindern, mit Erwachsenen und miteinander sollten viel stärker in den Mittelpunkt gestellt werden.

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