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Lachen ist gesund

Heute schon gelacht? Gut so, denn wer lacht, lebt länger und vor allem gesünder!

Erstaunliche Wirkung

Eine einzige Minute lachen hat eine Körperentspannung von bis zu 45 Minuten zur Folge. Mehrere Minuten Lachen über den Tag verteilt sind mindestens einer Stunde Gymnastik gleichzusetzen.

Seit über fünfzig Jahren untersuchen so genannte Gelotologen die Auswirkungen des Lachens auf Körper, Geist und Seele. Ihre Ergebnisse sind eindeutig: Lachen macht glücklich und aktiviert eine Reihe von körperlichen Funktionen, die für den Organismus regelrecht heilsam sind.

So wird die Lungenfunktion verbessert und der Stoffwechsel angeregt. Lachen kann den Blutdruck und den Blutzuckerspiegel senken. Die Skelettmuskulatur entspannt sich und wird besser durchblutet. Auch das Immunsystem wird positiv beeinflusst, denn im Speichel und im Hals-Rachen-Raum steigt die Konzentration der Immunoglobuline an. Diese körpereigenen Abwehrstoffe helfen, Bakterien und Viren abzuhalten, die für Erkältungen und Grippe verantwortlich sind. Sogar das Schmerzempfinden wird beim Lachen reduziert. Die Stresshormone Adrenalin und Cortisol werden abgebaut und schmerzlindernde Endorphine ausgeschüttet, die für gute Laune und Glücksgefühle sorgen.

Sich gesund lachen

Wegen der gesundheitsfördernden Wirkung entstand bereits 1986 in den USA die Idee, den Heilungsprozess von Krankenhauspatienten mithilfe von Klinikclowns zu fördern. Vorbild war der amerikanische Arzt „Patch“ Adams, der 1971 in Virginia ein Humorkrankenhaus gegründet und mit seinen unkonventionellen Methoden beachtliche Erfolge erzielt hat. In Deutschland arbeiten mittlerweile mehr als 150 Kliniken und Pflegeeinrichtungen mit Klinikclowns.

Dieses Prinzip funktioniert selbst dann, wenn es sich um ein grundloses oder geübtes Lachen handelt. Das glaubt zumindest der indische Arzt Madan Kataria. Er entwickelte das Lachyoga und gründete 1995 in Mumbai den ersten Lachclub der Welt. Mittlerweile gibt es Lachclubs rund um den Globus, in Deutschland sind es ca. 45.

Mithilfe spezieller Körperübungen wird ein künstliches Lachen provoziert, aus dem ein echter Lachanfall wird. Ob die positiven, gesundheitlichen Effekte dabei tatsächlich die gleichen sind wie bei der Heiterkeit, die sich auf Humor begründet, ist allerdings umstritten.

Lachen ist weit mehr als eine reflexartige Kontraktion der Bauchmuskulatur

Mit Humor drücken Menschen ihre Stimmung und innere Haltung aus. Fröhliche Menschen begegnen ihrer Umwelt mutiger und gelassener, sie sind kontaktfreudiger, bei anderen beliebter und dadurch sozial erfolgreicher als pessimistische Menschen.

Diese Erkenntnis machen sich mittlerweile sogar Psychologen- und Therapeuten zunutze:

Mit einer humorvollen Betrachtung ihrer Probleme soll ein Prozess angeregt werden, der die Patienten zu einer Selbstbejahenden, offenen Einstellung führt, die mit Heiterkeit und Lebenslust einhergeht.

Die Fähigkeit zu lachen ist dem Menschen angeboren. Während Kinder es noch auf rund 400 Lacher pro Tag bringen, lachen Erwachsene im Schnitt nur noch 15 Mal am Tag. Das liegt vor allem daran, dass sich Kinder weniger sozialen Normen unterordnen. So lachen Erwachsene zwar auf 19 verschiedene Arten, doch nur eine ist echt. Alle anderen dienen der gesellschaftlichen Anpassung, um höflich zu sein oder Unsicherheiten zu verbergen. Schon unsere Vorfahren, so vermuten Verhaltensforscher, lachten, um im Alltag besser bestehen zu können. Echtes, frenetisches Lachen sollte auf Feinde bedrohlich und einschüchternd wirken oder Hohn und Spott signalisieren. Einfaches Lachen zeigte, dass man dem anderen nichts Böses will.

Heute ist es Pflicht, sich emotional unter Kontrolle zu haben – da machen wir oft „Gute Mine zu bösem Spiel“. Wir lachen öfter, weil wir sollen als wenn wir es wollen.

Die Hälfte der Menschen lacht am liebsten über andere

Schadenfreude ist die schönste Freude – da stolpert der Kollege über seinen offenen Schnürsenkel oder die hochnäsige Verkäuferin knickt auf ihren High-Heels um.

Im Grunde ist jeder Humor mehr oder weniger schadenfreudig, denn er ist eine kleine Revolte gegen die Normen von Verstand und Moral. Und er bietet eine Möglichkeit, uns von Situationen, aus denen wir am liebsten fliehen möchten, zu distanzieren. So paart Galgenhumor ein Lachen mit Verzweiflung, um den Menschen über ein zutiefst trauriges Erlebnis hinweg zu helfen.

Also lieber ein wenig Schadenfreude, als gar keinen Spaß.

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