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Mann und Frau, Psychologie der Beziehungen

Hilfe, ich liebe Morgenmuffel

Nebst all den wunderbaren Dingen, den warmen Gefühlen und der Nähe, die eine Beziehung so mitbringt, nebst all dem ist das frühmorgendliche Erwachen neben dem liebsten wohl eines der schönsten Momente des Tages. Automatisch wird man ruhiger und vergisst für einen kurzen Moment den Stress des anstehenden Arbeitstages oder die Formeln und Zahlen der nächsten Mathematikprüfung, die einem sonst schon vor dem Frühstück schwer im Magen liegen. Man dreht sich um und schaut in das schlafende Gesicht des schönsten Mannes der Welt und ist mal kurz ganz stolz auf sich, dass man so jemanden Tag für Tag ins Bett bekommt. Und dann lächelt er und die Sonne geht gleich ein zweites Mal auf – sofern man sich keinen Morgenmuffel geangelt hat. Nichts mit Lächeln oder guten Morgen, nur unterdrücktes Fluchen, bevor der Wecker zackig ausgeschaltet wird und der Kopf noch einmal schwer in die Kissen fällt.

„Hast du gut geschlafen?“ – „Nein.“ Viel mehr gibt es auch gar nicht zu sagen in dem Moment, für ein Gespräch ist Mann nicht fähig und ohnehin scheint alles, jedes lieb gemeinte Wort oder jede sanfte Berührung, falsch und unerwünscht zu sein. Nach fünf Minuten geht der Wecker ein zweites Mal los, diesmal fällt die Reaktion noch gereizter aus. Grummelnd verzieht er sich unter die Dusche, fragt halbherzig: „Wie hast du denn geschlafen?“ – „Naja, auch nicht…“ Schon ist die Hand an der Klinke und der Blick wieder abgeschweift und man kann ebenso gut nichts sagen, als versuchen zu erklären, dass man schrecklich gefroren hat und Kopfschmerzen hat und eigentlich und überhaupt weil wirklich eine Rolle spielen tut es ohnehin nicht.

Auch das nett gemeinte Angebot, schon früher zu gehen, um dem Schatz noch zehn Minuten Ruhe zu gönnen, bevor‘s zur Arbeit geht, und die erste Zigarette des Tages zu geniessen, wird dann irgendwie als Boshaftigkeit oder Schuldzuweisung angesehen. „Willst du denn keine Zeit mit mir verbringen?“, ist dann die bittere Antwort auf jeglichen Vorschlag, den anderen zu entlasten. Ein „Ne, war nur nett gemeint“ wird mit einem Nicken abgetan und gut ist. Ein anständiges Gespräch lässt sich auch für den Rest des Morgens nicht führen, weder in der Wohnung, noch danach im Bus. „Weisst du, ich finde es wirklich schade, wenn wir morgens immer so in schlechter Stimmung sind.“ Ein verzweifelter Versuch, Mann zu bitten, irgendwie doch mal noch durchblicken zu lassen, dass Frauchen gar nichts falsch gemacht hat und er es eigentlich doch ganz lieb hat. „Hm.“

Ob es einen Trick gibt, sich solche Momente einfach nicht mehr zu Herzen zu nehmen? Na wenn, dann bitte melden…

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