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Mann und Frau, Psychologie der Beziehungen

Der Weg aus der Beziehungskrise

Trennungen bahnen sich meist schon über längere Zeit an. Sie sind der Schlusspunkt in einer Serie von mehr oder weniger heftigen Auseinandersetzungen, einer Zeit, in der man sich einfach voneinander entfernt hat. Eine Beziehungskrise kündigt sich meist an, und einige Anzeichen sollten die Betroffenen schon früh aufhorchen lassen. Hier einige Anzeichen und Lösungsvorschläge, die in vielen Fällen die auftretenden Zweifel schon im Keim ersticken.

Langsamer und schleichender Rückzug

Der Partner, der einem immer eine große Stütze in allen möglichen familiären und beruflichen Angelegenheiten war, zeigt mittlerweile kein Interesse mehr an alltäglichen und einfachsten Herausforderungen. Er zieht sich immer mehr zurück, überlässt viele, wenn nicht sogar alle Entscheidungen Ihnen und drückt sich auch um Aufgaben im gemeinsamen Haushalt. Er kommt für seine Verhältnisse immer öfter spät von der Arbeit nach Hause und ist unglaublich müde. Diese Müdigkeit verfliegt aber wenn er sich mit Freunden verabredet.

Entdeckt man diese Anzeichen an einem Partner, sollte man das Gespräch suchen und den Partner auf die Situation ansprechen. Natürlich ist es möglich, dass er oder sie einfach nur Stress und wirklich keine Energie für Haushalt und Familie hat. Dies sollte aber kein Dauerzustand sein. Falls sich der Partner in der Beziehung nicht mehr wohl fühlt sollte man so früh wie nur irgendwie möglich die Ursachen erforschen und gemeinsam an Lösungswegen arbeiten.

Zunehmende Respektlosigkeit

Ein Scherz ab und zu über eigenwillige Eigenschaften des Partners ist normal und sollte auch niemandem übel genommen werden. Wird jedoch in zunehmenden Maße auf Kosten des eigenen Partners gescherzt oder gar schlecht über ihn gesprochen, laufend diverse Eigenschaften oder Äußerlichkeiten kritisiert, unterbricht man den Partner und ignoriert, was er zu sagen hat, dann ist das ein klares Anzeichen für eine Krise in der Beziehung.

Wenn einem dieses Anzeichen am eigenen Partner auffällt, sollte man ihm klarmachen, dass dieses Verhalten schmerzt, weil es ganz klar als respektlos empfunden wird. Es gilt herauszufinden, warum sich der Partner so verhält. Möglich ist, dass er sich umgekehrt von einem schlecht behandelt fühlt und das auf diesem Wege „zurückzahlen“ will.

Schuldgefühle hervorrufen

Der Partner wirft einem vor, dass er alles alleine machen muss. Dass Sie sich verändert haben und nicht mehr der Mensch sind, in den man sich „damals“ verliebt hat. Damit werden Schuldgefühle erweckt und die Verantwortung für die Beziehung wird so mit einfachen Mitteln abgeschoben. Wichtig hiertbei ist aufmerksames zuhören und ehrlich zu sich selbst sein: Mit welchen Punkten könnte der Partner richtig liegen, in welchen Föllen gehen die Wahrnehmungen in verschiedene Richtungen? Das gilt es hierbei als erstes zu klären. Man sollte miteinander besprechen, was sich ändern könnte oder muss, damit die Partnerschaft wieder in den richtigen Bahnen läuft.

Gemeinsame Aktivitäten werden gemieden

Es gibt immer weniger gemeinsame Interessen. Der Partner investiert immer mehr Zeit in Hobbys, die er nur mit seinen Freunden ausübt. Auch im Alltag gibt es kaum mehr gemeinsame Zeit oder Berührungspunkte: Gemeinsame Essen entfallen, kein Ausgehen am Abend. Klar ist: Jeder braucht auch Zeit für sich. Sollte es sich allerdings so verhalten, dass man zusammen nur noch wenig Spaß hat und nur die nötigste Zeit miteinander verbringt, dann ist das ein absoluter Beziehungskiller. Die Partnerschaft ähnelt hierbei einer reinen Zweckgemeinschaft.

Dagegen vorgehen kann man, indem man neue Hobbys ausprobiert oder sich daran erinnert, was einen in der ersten Zeit dieser Beziehung so sehr verbunden hat. Hier ist es auf jeden Fall nötig, dass sich beide Partner etwas entgegenkommen. Von Vorteil wäre natürlich auch etwas Experimentierfreudigkeit.

Sexuelles Interesse schwindet

Körperliche Nähe sowie Erotik sind meist essentielle Bestandteile einer gut funktionierenden Partnerschaft. Zwar ist es üblich, dass das Verlangen nach Sex mit der Dauer einer Beziehung langsam etwas abnimmt – schwindet das Verlangen nach sexuellem Kontakt mit dem Partner aber ganz und findet auch sonst wenig bis kein Austausch von Zärtlichkeiten statt, sollte das zu denken geben.

Man sollte versuchen zu ergründen, woran das nicht gezeigte Interesse liegen könnte. Möglich das sich der Partner in seinen Bedürfnissen abgelehnt fühlt, eventuell besteht ein generelles Problem, welches in diesen Bereich mit hineinspielt. Ohne den Teufel an die Wand zu malen, aber ein nachlassendes Verlangen kann unter Umständen auch ein Anzeichen dafür sein, dass Ihr Partner fremdgeht. Auch hier kann oft ein offenes Gespräch Wunder wirken. Ändert sich danach weiter nichts, ist auch der Weg zu einer Partnertherapie ein möglicher Lösungsvorschlag.

Schweigen

Der Partner teilt sich nicht mehr mit, man hat keine Ahnung mehr, was in dem Gegenüber vorgeht. Früher hat man sich gegeneinander an dem Leben des jeweils anderen teilhaben lassen, einander gegenseitig unterstützt – doch der Partner baut mehr und mehr eine Mauer auf. Es wird schon erst gar nicht mehr gestritten. Die Beziehung ist nur mehr eine ständig wiederkehrende Alltagsroutine. Die Beziehung verbindet vielleicht nur mehr der gemeinsame Haushalt.

Diese Situation ist sehr kritisch. Es besteht die Möglichkeit, dass der Gegenüber einfach kapituliert hat, sich in die Situation ergeben hat und alles nur mehr erduldet. Hier kann es hilfreich sein, an dieser Stelle eine Paartherapie zu beginnen, damit wieder gelernt wird, sich einander anzuvertrauen.

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