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Mann und Frau, Psychologie der Beziehungen

Wie werde ich RaucherIn?

Die Voraussetzungen

Auf diese einfache (provokante?) Frage gibt es nicht nur die eine Antwort: Zigarette in die Hand nehmen, anzünden und Rauch inhalieren. Ob Frau oder Mann mit dem Rauchen beginnt, hängt in großem Ausmaß von psychischen, physischen und sozialen Merkmalen ab.

Die Wissenschaft geht davon aus, dass für Beginn und Dabeibleiben vor allem genetische Faktoren eine Rolle spielen. Studien an Zwillingen offenbarten eine ererbte Sensibilität für Nikotin. Mit anderen Worten: Manche Menschen erzielen Vorteile aus den chemischen Auswirkungen von Nikotin, andere geraten in eine hochgradige Abhängigkeit. Angeborene Voraussetzungen beziehen sich auch darauf, ob es sich um extrovertierte, gesellige Personen, die andauernd den Nervenkitzel suchen, also risikofreudiger sind. Sie beginnen eher zu Rauchen, als andere.

Phasen ins „Raucherleben“

Die Entscheidung für eine „Raucherkarriere“ fällt in hohem Ausmaß zwischen dem 10. und 20 Lebensjahr. Psychologen zeigten den genauen Weg dorthin im folgenden 6-Phasen-Modell auf.

Die erste Phase beginnt bereits im Kindergarten, in dem die „lieben Kleinen“ so tun, als ob sie rauchen würden. Mit Schokoladezigaretten und Buntstiften imitieren sie die Erwachsenen, bzw. das Ritual, von dem sie meinen, dass es zum Erwachsenwerden dazu gehört.

In der zweiten Phase zwischen sieben und zwölf Jahren ist Rauchen mehrfach interessant. Da es verboten ist, wird es für Abenteuerlustige zu einem „Muss“. Weiters habe Kinder bereits in diesem Alter erfahren, dass Rauchen „entspannen“ kann, weil der Vater die Zigarette nach dem Essen sehr genießt. Mit der ersten Zigarette, bzw. dem „Rauchversuch“, beginnt die Experimentierphase. Nach dem ersten Hustenanfall und/oder Schwindel ist entscheidend, wie der Widerspruch von selbst Erlebtem und der Erfahrung von Entspannung verarbeitet wird.

Etwa die Hälfte der Jugendlichen entscheiden sich nach den ersten Versuchen, nicht weiter zu rauchen. Für die andere Hälfte beginnt Phase drei. Die Pubertät, in welcher die Gruppenzugehörigkeit wichtig ist, ist nicht alleine für eine Raucherkarriere verantwortlich. Untersuchungen in Österreich zeigten, dass Jugendliche „ihre“ Gruppe aktiv auswählen. 66 Prozent der Jungen und 59 Prozent der Mädchen meinten, dass mehr als die Hälfte der Altersgenossen rauchen. Es waren tatsächlich nur 19 Prozent der Jungen und 26 Prozent der Mädchen. So entsteht der eingebildete Gruppendruck. Zudem fanden Wissenschaftler heraus, dass eher jene rauchen, welche keinen bzw. nur schwer Anschluss an eine Gruppe fanden. Eine Methode, um soziale Isolation zu bewältigen. Ob die Jugendlichen weiter rauchen, hängt von ihrer Fähigkeit zur Stressbewältigung, ab. Weiters sind Selbstwertgefühl, Genusssucht und die Gefahr von Depressionen zu nennen.

Während der vierten Phase wird alles rund um die Zigarette als „cool“ empfunden: Selbst rauchen, als Raucher „gesehen“ werden, Zigaretten selbst kaufen und sie auch verschenken. Einerlei, ob das Nikotin nun inhaliert wird oder das „So-tun-als-ob“-Ritual zum Tragen kommt. Daran schlisst jene Phase an, in welcher auf der Suche nach sich selbst, Kommunikations- und Verhaltensmuster erprobt werden. Im Rahmen dieser Selbstdarstellung verhilft die Wahl der Zigarettenmarke zu einem bestimmten, gewünschten Image von sich selbst und/oder der Gruppe.

Der Auszug aus dem Elternhaus symbolisiert die letzte Phase, bzw. jene, in der selbstbestimmt bis zu 40 Ziaretten geraucht werden. Ohne sich der Anzahl wirklich bewusst zu sein.

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