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Mann und Frau, Psychologie der Beziehungen

Suchtmittel Alkohol

Die Wirkung von Alkohol ist abhängig von der Menge, der Konzentration und der körperlichen und geistigen Konstitution des einzelnen, der Gewöhnung und der Toleranzentwicklung. Frauen vertragen weniger Alkohol (20 g reiner Alkohol) als Männer (30 g).

Alkohol erzeugt eine angenehme Wirkung. In geringer Menge kann er anregen und die Stimmung steigern. Hemmungen und Ängste werden abgebaut. Man kann leichter Kontakte knüpfen. Bei höheren Dosen wird man schnell gereizt, aggressiv und kann sogar gewalttätig werden.

Alkohol gelangt über den Verdauungstrakt ins Blut und die Aufnahme ist abhängig, welche Nahrung man zu sich genommen hatte. Das Blut verteilt den Alkohol im ganzen Körper und er wird in der Leber abgebaut. Über das Blut gelangt er auch in das Gehirn, die „belohnende“ Wirkung setzt ein, wenn der Botenstoff Dopamin ausgeschüttet wird. Bei längerer anhaltender Alkoholzufuhr über Jahre verändern sich die Rezeptoren und Entzugserscheinungen treten auf.

Akute Risiken sind die Beeinträchtigung der Konzentration, Reaktion, Wahrnehmung und des Urteilsvermögens. Es geschehen Unfälle, besonders im Straßenverkehr. Das Gewalt- und Aggressionspotential nimmt zu bis hin zur Straffälligkeit.

Die Gefahr abhängig zu werden ist enorm hoch. Alkohol ist frei verkäuflich und legal.
Abhängig wird, wer Alkohol über einen längeren Zeitraum konsumiert, im dazugehörigen Umfeld lebt und genetisch veranlagt ist.

Es gibt Kriterien des Abhängigkeitssyndroms. Man hat einen starken Wunsch und Zwang Alkohol zu konsumieren, verliert die Kontrolle und kann das Trinken nicht beenden bzw. steuern. Um eine gleiche Wirkung zu erzielen, muss man immer mehr die Dosis erhöhen. Die eigenen Interessen und sozialen Kontakte werden nicht mehr gepflegt. Trotz körperlicher, sozialer und psychischer Folgen, kann man den Konsum nicht stoppen.

Nach Jelinek gibt es fünf Formen des Trinkverhaltens, die Konflikt-, Gelegenheits-, Rausch-, Spiegel- und Quartaltrinker.

Körperliche Schäden gehen von Leberzirrhose (Vorstufe Fettleber), Magenschleimhautentzündung, Krampfanfälle, Bauchspeicheldrüsenentzündung bis hin zu Mangelernährung, Blutarmut, Entzugserscheinungen, Infektanfälligkeit und Krebserkrankungen und einige mehr.

Als psychische Folgeschäden können Depressionen mit Selbstmordgefährdung, Wahrnehmungsstörungen, Delirium, Panikanfälle, Ängste, Gefühlsschwankungen und andere Störungen auftreten.

Im sozialen Bereich gibt es Konflikte in der Partnerschaft und am Arbeitsplatz. Man kann den Führerschein, die Wohnung, Familie und Freunde verlieren. Zunehmende Verwahrlosung und eventuelles Begehen von Straftaten sind die Folge.

Die Behandlung der Abhängigkeit erfordert Selbsteinsicht. Andere können nichts bewirken. Hilfe suchen sollte man sich bei seinem Hausarzt, Psychologen, bei einer örtlichen Suchtberatungsstelle und in der Selbsthilfegruppe. Telefonnummern und Adressen weiß bestimmt ihr Arzt und findet man auch im Internet.

Man kann akut im Krankenhaus entgiften, eine ambulante oder stationäre Reha-Maßnahme durchführen. Im Anschluss wird meist noch eine intensive Nachsorge angeboten.

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