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Mann und Frau, Psychologie der Beziehungen

Kinder aus alkoholbelasteten Familien

Einleitung:

1. Einleitung
2. Fakten
3. Familie Üblich
4. Die Rollenbilder
5. Emotionen und Bindung zu den Eltern
6. Auswirkungen auf das Sozialverhalten
7. Auswirkungen auf das Erwachsenenalter
8.Soziale Arbeit mit Kindern von Suchtkranken

Familiäre Umstände in Suchtbelasteten Familien:
Familiäre Bedingungen;
Angespannte angstbesetzte Familienatmosphäre,mangelnde Förderung und Zuneigung,
Ehestreit, Gewalt und Trennung, Arbeitslosigkeit und finanzielle Probleme, Scham und Schuldgefühle, Hoffnungslosigkeit und Angst.

Fakten:

In Deutschland leben:
2.65 Millionen Kinder, bei denen ein Elternteil eine alkoholbezogene Störung (Missbrauch oder
Abhängigkeit) aufweist (Lachner & Wittchen, 1997; Klein,2005)
ca. 40.000 Kinder mit einem drogenabhängigen Elternteil d.h.: es geht insgesamt nicht um eine gesellschaftliche kleine Randgruppe, sondern um eine substantielle Gruppe von Kindern, die ein deutlich erhöhtes negatives Entwicklungsrisiko aufweisen.
Jedes 7. Kind lebt zeitweise (jedes 12. dauerhaft) in einer Familie mit einem Elternteil, der eine alkoholbezogene Störung (Abhängigkeit oder Missbrauch) aufweist (Deutschland; Lachner & Wittchen, 1997)
Jedes 4. Kind lebt in einer Familie mit einem Elternteil, der eine alkoholbezogene Störung (Abhängigkeit oder Missbrauch) aufweist (USA; Grant et al., 2000)
Jedes 3. Kind in einer alkoholbelasteten Familie erfährt regelmäßig physische Gewalt (als Opfer und/oder Zeuge) (Klein & Zobel, 2001).
Kinder suchtkranker Eltern sind die größte bekannte Risikogruppe zur Entwicklung eigener Suchtstörungen, insbes. Alkohol- und Drogenabhängigkeit sowie Verhaltenssüchte
(= suchtspezifische Auswirkungen)

Die Geschichte der Familie Üblich:

Herr und Frau Üblich sind ebenbürtige Partner.
Sie teilen sich Verantwortung, Rechte /Pflichten, Macht, Spaß und Freiräume, die elterliche Fürsorge ist ebenfalls ebenbürtig.Die Familienhierarchie ist klar geregelt:

Der Alkohol nimmt Einzug in die Familie

Phase 1
1. Verwirrung und Angst aller Beteiligten
2. Nicht – Wahrhaben wollen, Verdrängung,Verleugnung
3. Scham seitens aller Familienmitgliedern
4. Entwicklung einer Schweigemauer nach außen
5. Die Grenzen nach Außen werden dichter
6. Die Gefühle verschieben sich, keiner spürt noch sich selbst
7. Der Focus liegt auf den Gefühlen der anderen

Phase 2
Versuche, das Problem in den Griff zu bekommen
1. Vergebliche Versuche der Selbstkontrolle
2. Kontrollversuche der Familienangehörigen
3. Scham und Schuldgefühle bei allen Familienmitgliedern
4. Die Grenzen nach Außen werden noch mehr geschlossen
5. Die Grenzen Innen werden fast vollständig aufgehoben
6. Es herrscht ein “Tanz” um das Suchtmitte

Phase 3
Resignation und Anpassung an das Problem = Erhalt der Familie mit dem Suchtmittel
Die Familie hat drastische Veränderungen mitgemacht
1. Die Paarbeziehung ist nicht mehr ebenbürtig
2. Die elterlichen Pflichten sind nicht mehr ebenbürtig
3. Die Kinder haben Veränderungen im Erleben, Verhalten und Denken gemacht
4. Der Kontakt zur Außenwelt hat die Endstation erreicht

Die Veränderten Rollenbilder

1. Die Trümmerfrau
Sie trifft Entscheidungen, hat alle Verantwortung, sorgt sich
2. Held/ Heldin
Übernimmt elterliche Verantwortung, unterstützt die Mutter
3. Der Clown
Sorgt für gute Stimmung, zeigt “alles ist in Ordnung“
4. Das Träumerle
Wird unproblematisch, zieht sich zurück, braucht nichts
5. Der Sündenbock
Will vom Problem ablenken, holt negative Aufmerksamkeit

Die Bindung zu den Eltern:

Die häufigen Streitigkeiten und Gewaltausbrüche seitens der Eltern fördern den Wunsch der Kinder sich abzugrenzen.Die Liebe zu den Eltern führen die Kinder in einen Gewissenskonflikt
Sie fühlen sich den Eltern verpflichtet und leiden unter ambivalenten Gefühlen. Das Kind fühlt sich zerrissen und kann aufgrund dessen zu keinem Elternteil eine wirkliche emotionale Bindung aufbauen

Die Kinder weisen folgende Verhaltensauffälligkeiten auf:

Ängstlichkeit, Nervosität, Aggressivität, Schüchternheit, Kommunikations, – und Konzentrationsstörungen, Einnässen und Stottern.

Claudia Black hat folgende Auswirkungen beschrieben:

Mangelnde soziale Kompetenz, mangelndes Selbstwertgefühl, mangelndes Vertrauen gegenüber dem Partner und dem nahen sozialen Umfeld, ausgeprägtes Bedürfnis nach Kontrolle und Verantwortung, es besteht ein hohes Risiko einer Co – Abhängigkeit.

Die direkte Arbeit mit Kindern von Suchtkranken
Die wichtigsten Prinzipien
Frühzeitigkeit Dauerhaftigkeit Vernetztheit

7 wichtige Resilienzen nach Wollin & Wollin
Einsicht, Unabhängigkeit, Beziehungsfähigkeit, Initiative, Kreativität, Humor und Moral

Erlebnispädagogik

Ziel:

Ganzheitliche Lernerfahrungen und persönliche Entwicklung sowie
die Transferleistung in den Alltag
Kinder bewältigen unbekannte Herausforderungen,Sie können ihre Leistungsfähigkeit austesten.
Sie machen Erfahrungen in der Teamarbeit, Hilfsbereitschaft .Sie erlernen selbstverantwortliches Handeln, realistische Selbsteinschätzung und Kritikfähigkeit

Methodisches Handeln in der Kindergruppenarbeit!

Methodische Ansätze:

Gestalttherapie
Sozialtherapheutisches Rollenspiel ( Märchen)
Kreative Methoden:
Malen, Werken, Tonarbeiten, Collagen
Musik, Märchen, Kinder und Jugendliteratur
Neue Medien:
Foto, Videoarbeiten, Computer
(Wahrnehmungsspiele, Interaktionsspiele, Kommunikationsspiele)

Zielsetzung in der Kindergruppenarbeit
Positive soziale Erfahrungen im geschützten Rahmen

Einübung und erlernen von Sozialen Kompetenzen, Selbstvertrauen, Beziehungsfähigkeit, Selbstsicherheit, Handlungsfähigkeit, Realitätsbewältigung.
Auseinandersetzung mit belastetender familiären Situation
Auseinandersetzung mit unterdrückten Gefühlen wie z.B.:
Wut, Ohnmacht, Traurigkeit, Angst, Scham und Ekel

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