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Mann und Frau, Psychologie der Beziehungen

Historisches zu Tabak und dessen Konsum

Tabakblätter wussten bereits Priester und Medizinmänner der Mayas bei Zeremonien zu verwenden. Europa verdankt die Verwendung von „Tobago“, so wurde die Pflanze in der Karibik genannt, Christoph Columbus und seiner Suche nach einem Seeweg nach Indien. Was er fand, waren im Jahr 1492 Ureinwohner, die in lange Rohre gefüllte, geschnittene Tabakblätter rauchten.

1499 kamen spanische Eroberer an der Küste Venezuelas mit dem Tabakkauen, ein Jahr später der portugiesische Seefahrer Pedro Álvares Cabrallin mit Pfeife rauchenden Einwohnern in Berührung. Der Forscher Jacques Cartier traf 1538 auf kanadische Indianer, welche ebenfalls mit Pfeife und Tabak hantierten. Vor allem Matrosen waren von der Wirkung des Tabaks begeistert und brachten ihn nach Europa, wo auch schon Gegner dieses neuen Brauches auftraten. So wurde der Kundschafter Kolumbus´ von der Inquisition mit 10 Jahren Kerker, ob seiner großen Tabak-Begeisterung, bestraft. Im Jahr 1575 wurde in Mexiko das Verbot erlassen, Tabak in Kirchen zu rauchen.

Nachdem in Europa Tabakstauden gepflanzt wurden, waren besonders die Spanier davon angetan und stellten auch fest, dass sie nicht mehr aufhören konnten, das Kraut zu konsumieren. Dies beunruhigte niemandem, da dem Tabak zu dieser Zeit heilsame Wirkungen zugeschrieben wurden.
Verbreitung und Kontrolle führten zahlreiche Länder in eine Krise, Tabak wurde zu einem teuren Handelsgut und Großbritannien zum Handelszentrum. Bis Jakob I., 1603 König von England und erbitterter Gegner der „liederlichen Raucher“, ein Schriftstück gegen den Tabakkonsum veröffentlichte. Auch die Angst vor Bränden oder Explosionen war vorherrschend, da als Baustoff vorwiegend Holz verwendet wurde. Verkaufsverbote wurden nicht beachtet, Schmuggel und die Erhöhung von Einfuhrzöllen waren die Folge. 1608 wurde die Erhöhung revidiert, was zu vermehrten königlichen Einnahmen führte.

Spanier als besondere Freunde des Tabaks gründeten 1620 die königliche Tabakmanufaktur. Sie bot bis zu 4000 Frauen Arbeit. Georg Bizet´s „Carmen“ ist wohl die berühmteste der Arbeiterinnen. Tabakkonsumenten mussten stets befürchten, aufgrund ihres „Lasters“ exkommuniziert, eingesperrt oder exekutiert zu werden.

Die Art des Tabakkonsums war wechselnden Modeerscheinungen unterworfen, so etablierte sich in höheren Kreisen in Deutschland und Österreich das Pfeifenrauchen. Die Unterschicht musste sich mit dem Kauen von Tabak begnügen. Ab der Mitte des 18. Jahrhunderts wurde Schnupftabak in über 200 Sorten an Adelshöfen beliebt. Elegante, teure Schnupftabakdosen kamen in Mode. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde Schnupfen als ungustiös betrachtet. So kam die Pfeife wieder in Mode. Die bei der Zigarrenproduktion anfallenden Abfälle sollten ebenfalls gewinnbringend „an den Mann“ ( zu dieser Zeit rauchten nur Männer) gebracht werden. Tabakreste wurden in Papier gewickelt und als „papelitos“ über Mexiko nach Europa gebracht. In Frankreich erhielt die Zigarette den heute üblichen Namen. Ende des 19. Jahrhunderts emanzipierten sich die Frauen und erste Damenzigaretten mit elegantem Zigarettenspitz kamen auf den Markt. Die Nachkriegszeit brachte die endgültige Gleichstellung der rauchenden Geschlechter.

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