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Mann und Frau, Psychologie der Beziehungen

Gesellschaftsdroge Alkohol

In Zeiten hoher Arbeitslosigkeit und (auch) dadurch ständig weiter steigenden Scheidungsraten wird der Alkohol von immer mehr Menschen dazu missbraucht, ihre Sorgen und Nöte zu betäuben.

Die gesellschaftlichen Folgen sind katastrophal, nicht nur was die Behandlungskosten für die körperlichen Schäden betrifft. Das Schlimme ist, dass Alkohol bis zu einem gewissen Grade von der Umwelt toleriert und als normaler Konsum empfunden wird. Die straflose und recht preisgünstige Verfügbarkeit ist ein weiteres Kriterium für die rasante Verbreitung dieser Sucht, bei der sämtliche Statistiken vollständig versagen, da hier die Dunkelziffer ein Vielfaches des Offensichtlichen ausmachen dürfte.

Quer durch alle Gesellschaftsschichten und Bildungsgrade, quer durch alle Altersgruppen zieht sich die große Schar der Abhängigen. Besonders bedauernswert sind die Angehörigen, die meist hilflos zuschauen müssen, wie ihre Lieben Stück für Stück in den Sumpf rutschen und ihr Leben Stück für Stück den Bach runtergeht.

Wissenschaftliche Abhandlungen zu den medizinischen Folgen gibt es zuhauf, aber leider bis jetzt so gut wie keine in der Praxis umsetzbaren Hinweise, wie die angehörigen Co-Abhängigen mit dieser Situation umgehen können. Da wird in der Öffentlichkeit heftigst darüber diskutiert, wie man Eltern zur Verantwortung ziehen kann, die ihre Kinder vernachlässigen. Von Zwangsuntersuchungen und Zwangsbetreuung durch die Jugendämter ist da die Rede, aber kein Ton fällt darüber, dass die Hauptursache diesen Übels zu einem Großteil die Alkoholabhängigkeit der versagenden Eltern ist.

Wie reagiert denn eine Großmutter, die sieht, dass ihr liebes Töchterlein lieber mit der Schnapspulle vorm Fernseher hockt, als dem Kind was Vernünftiges zu essen zu kochen? Bittend und bettelnd und am Ende nichts erreichend…

Die Damen und Herren Politiker sollten nicht kopfschüttelnd darüber debattieren, was nicht hätte passieren dürfen. Sie sollten lieber Geld in die Prävention stecken und dahin, wie man Angehörige stark genug machen kann, dass sie wirkliche Hilfe zur Selbsthilfe leisten können.

Die Raucher werden in der Öffentlichkeit verteufelt und mit Verboten diskriminiert. Okay, der gesundheitliche Schaden ist da, aber das sollte jeder selbst für sich entscheiden dürfen. Aber bei Alkoholikern findet eine massive psychische und physische Schädigung des gesamten Umfeldes statt und da wird nicht reglementierend und diskriminierend eingegriffen.

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